Waldbrände bei Tolmezzo

Waldbrände bei Tolmezzo: Erhoffter Regen bleibt aus – Amariana brennt weiter

Die erhoffte Entspannung bei den schweren Waldbränden im Norden von Friaul-Julisch Venetien ist in der Nacht auf Montag ausgeblieben. Zwar fiel in Teilen der Region Regen, ausgerechnet die großen Brandgebiete in der Carnia bekamen davon jedoch kaum etwas ab.

Besonders schwierig bleibt die Situation am Monte Amariana zwischen Amaro und Tolmezzo. Auch am Montag, 17. August, müssen die Einsatzkräfte ihren Kampf gegen die Flammen deshalb weitgehend unter den Bedingungen des Vortages fortsetzen.

Hoffnung besteht weiterhin auf Gewitter im Laufe des Tages. Eine deutlichere Wetteränderung mit ergiebigeren Niederschlägen könnte jedoch erst am Donnerstag kommen.

Regen erreicht die großen Brandgebiete nicht

Die Hoffnungen der Einsatzkräfte lagen in der Nacht auf den angekündigten Schauern und Gewittern. Tatsächlich gab es in Teilen der Ebene und an der Küste Niederschläge.

Im Gebiet der großen Waldbrände rund um Tolmezzo fiel bis Montagmorgen allerdings nicht genügend Regen, um die Lage entscheidend zu verbessern.

Damit geht der Großeinsatz weiter.

Im Laufe des Montags sind in den Bergen erneut Gewitter möglich. Noch größere Hoffnungen richten sich allerdings auf Donnerstag. Dann könnte sich das derzeit bestimmende Hochdruckgebiet zurückziehen und einer Wetterlage mit verbreiteteren Niederschlägen Platz machen.

Monte Amariana bleibt größtes Sorgenkind

Im Mittelpunkt des Einsatzes steht weiterhin der Monte Amariana. Besonders schwierig ist die Situation im Bereich Cuel Feltron sowie zwischen Amaro und Tolmezzo.

Bereits am Sonntag waren dort Hubschrauber, Löschflugzeuge und zahlreiche Kräfte der Protezione Civile im Einsatz.

Die steilen Hänge und das schwer zugängliche Gelände erschweren die Löscharbeiten erheblich. An vielen Stellen kann das Feuer vom Boden aus kaum direkt bekämpft werden.

Die Dimension des Einsatzes ist enorm. Nach Angaben der Region waren bereits am Freitag allein am Monte Amariana mehrere Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt rund 450 Hektar vom Feuer betroffen, davon mehr als 100 Hektar allein auf dem Gemeindegebiet von Amaro.

Brandursache am Amariana inzwischen bekannt

Nach den Spekulationen der vergangenen Tage gibt es inzwischen auch eine wichtige offizielle Information zur Ursache des Feuers am Monte Amariana.

Nach Angaben der Region Friaul-Julisch Venetien wurde dieser Brand durch einen Blitzschlag in großer Höhe ausgelöst.

Das Feuer entstand bereits am Samstag, 8. August, und konnte sich anschließend aufgrund von Wind, großer Hitze, Trockenheit und der schwierigen Topografie weiter ausbreiten.

Damit gibt es zumindest beim großen Brand am Monte Amariana keinen Hinweis darauf, dass Brandstiftung die Ursache war.

Diese Information ist auch deshalb wichtig, weil in sozialen Netzwerken zuletzt zahlreiche Spekulationen über die Ursachen der aktuellen Waldbrände verbreitet wurden.

Bei anderen Bränden in Friaul können die Ursachen allerdings andere sein und müssen jeweils getrennt betrachtet werden.

Pissebus vorsorglich evakuiert

Besonders dramatisch wurde die Lage am Wochenende im Bereich Pissebus bei Tolmezzo.

Aufgrund der Ausbreitung des Feuers wurden Bewohner vorsorglich aus ihren Häusern gebracht. Als Anlaufstelle für die Betroffenen wurde die Palestra Falcone in Tolmezzo eingerichtet.

Die Maßnahmen zeigen, wie ernst die Lage rund um den Monte Amariana weiterhin ist.

Feuer am Monte Palavierte wieder aufgeflammt

Der Amariana ist jedoch nicht der einzige aktive Brandherd.

Am Monte Palavierte oberhalb von Illegio gewannen die Flammen am Sonntagnachmittag wieder deutlich an Stärke.

Das Feuer bewegte sich in Richtung der sogenannten Stavoli – der traditionellen Berg- und Almgebäude – von Pelons, Savale, Sapadici und Plezzis.

Zur Unterstützung kamen dort auch zwei slowenische Löschflugzeuge zum Einsatz. Nach den letzten verfügbaren Informationen konnten die betroffenen Gebäude geschützt werden.

Um den Einsatzkräften ausreichend Bewegungsfreiheit zu verschaffen und unnötigen Verkehr aus dem Gebiet fernzuhalten, wurde die Straße nach Illegio gesperrt.

Weitere Brandherde in den Bergen

Auch an anderen Stellen laufen weiterhin Löscharbeiten.

Am Monte Dobis oberhalb von Fusea befand sich das Feuer zuletzt in der Nachlöscharbeit. Dort waren zuvor ein Canadair sowie ein regionaler Löschhubschrauber eingesetzt worden.

Am Monte Cozzarel bei Chiusaforte bewegten sich die Flammen dagegen in Richtung Agar. Dort soll eine Brandschneise angelegt werden, um ein Gebäude zu schützen.

Auch in der Val Saisera laufen die Arbeiten weiter. Der Brand am Monte Nero war im oberen Bereich zuletzt stabil, allerdings wurden weiterhin Rauchstellen beobachtet. Weitere Nachlöscharbeiten mit einem Hubschrauber sind vorgesehen.

Rauch bleibt ein gesundheitliches Problem

Neben den eigentlichen Bränden bereitet weiterhin die Rauchentwicklung Sorgen.

Messungen der regionalen Umweltagentur ARPA FVG zeigten am Sonntag eine deutliche Belastung in Teilen der betroffenen Täler. Besonders während der Nacht und in den frühen Morgenstunden sammelt sich der Rauch aufgrund der Wetterbedingungen in den Tallagen.

In Pissebus wurden bei mobilen Messungen am Sonntagmorgen kurzfristige PM10-Werte von 416 bis 442 µg/m³ festgestellt. In Illegio wurden rund 365 µg/m³ und in Amaro rund 199 µg/m³ gemessen.

ARPA weist allerdings darauf hin, dass es sich dabei um Momentanmessungen handelt. Diese können aufgrund der unterschiedlichen Messmethodik nicht unmittelbar mit den offiziellen Tagesmittelwerten stationärer Messstationen verglichen werden.

FFP2- oder FFP3-Masken weiterhin sinnvoll

Die Region hatte bereits am Sonntag für zahlreiche betroffene Gemeinden besondere Verhaltensempfehlungen ausgesprochen.

Dazu gehören unter anderem Tolmezzo, Amaro, Cavazzo Carnico, Zuglio, Arta Terme, Sutrio, Paluzza, Paularo, Moggio Udinese, Venzone, Gemona del Friuli und Osoppo.

Bei starker Rauchbelastung sollten Fenster und Türen möglichst geschlossen bleiben. Körperliche Anstrengungen im Freien sollten reduziert werden.

Wer sich längere Zeit im Freien aufhalten muss, sollte in den betroffenen Gebieten eine FFP2- oder FFP3-Maske verwenden.

Besondere Vorsicht gilt für Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Regionaler Notstand bleibt bestehen

Bereits am 14. August hatte die Region Friaul-Julisch Venetien wegen der Waldbrände den regionalen Notstand ausgerufen.

Gleichzeitig wurde der aufgrund der Trockenheit bestehende Notstand auf die gesamte Region ausgeweitet.

Für die Bekämpfung der Waldbrände und Maßnahmen gegen die Folgen der Trockenheit stellte die Region zunächst insgesamt 1,7 Millionen Euro bereit.

Die Zahlen verdeutlichen die außergewöhnliche Situation: Seit Jahresbeginn wurden in Friaul-Julisch Venetien bis zum 14. August bereits 60 Waldbrände registriert. Seit Beginn der aktuellen Notlage waren laut Region 680 freiwillige Helfer im Einsatz. Hinzu kamen rund 300 Fahrzeuge und mehr als 360 Flugstunden.

Was bedeutet die Situation für Urlauber?

Für Urlauber in Grado und an der Küste besteht durch die Brände bei Tolmezzo nach aktuellem Stand keine unmittelbare Gefahr.

Anders sieht es für Reisende aus, die von Österreich über Tarvisio und die A23 in Richtung Udine und anschließend weiter nach Grado fahren.

Die Autobahn führt durch die betroffene Region und nahe am Gebiet von Amaro und Tolmezzo vorbei. Eine generelle brandbedingte Sperre der A23 ist derzeit nicht bekannt.

Im Raum Carnia/Tolmezzo kann allerdings weiterhin Rauch sichtbar sein. Lokale Straßen unmittelbar im Brandgebiet können gesperrt werden. Die Zufahrten zu den Einsatzgebieten sollten unbedingt gemieden werden.

Warten auf den erlösenden Regen

Für die Einsatzkräfte beginnt damit eine weitere schwierige Phase.

Der in der Nacht auf Montag erhoffte Regen brachte ausgerechnet in den am stärksten betroffenen Gebieten keine entscheidende Entlastung. Hubschrauber, Löschflugzeuge, Feuerwehr, Forstkräfte und die zahlreichen Helfer der Protezione Civile müssen deshalb weiter gegen die Brände kämpfen.

Für Montag besteht noch Hoffnung auf einzelne Gewitter in den Bergen. Wesentlich größere Erwartungen richten sich allerdings auf Donnerstag, 20. August. Dann könnte eine deutlichere Wetteränderung endlich verbreitetere Niederschläge nach Friaul-Julisch Venetien bringen.

Bis dahin bleibt insbesondere die Lage am Monte Amariana bei Tolmezzo angespannt.

Stand: Montag, 17. August 2026, 8:00 Uhr. Aufgrund der dynamischen Situation können sich Brandlage, Straßensperren und Luftqualität kurzfristig ändern.

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